Hormonersatztherapie

Was passiert wenn die Funktionen der Hormone ausfallen?

Wenn die steuernden Funktionen von Hormonen ausfallen, können Organe und Zellen nicht mehr zusammenarbeiten. Fallen regelnde Funktionen von Hormonen aus, können einzelne Organsysteme und auch der ganze Organismus sich immer schlechter an wechselnde Anforderungen des Lebens anpassen. Wenn regenerative (erneuernde und aufbauende) Funktionen der Hormone ausfallen, verschleißen Organe und degenerieren Gewebe.

Was machen Hormone? Wie hilft die Hormonersatztherapie?

Hormone sind Botenstoffe unseres Körpers, die eine regelrechte Stoffwechselregulation zulassen. Sie sind Nachrichtenübermittler für die richtige Funktion von Zellen und Organen. Sie sind als Botenstoffe unerlässlich, um biologische Prozesse in unserem Körper richtig ablaufen zu lassen. Hormone werden in Drüsen, Einzelorganen oder Gewebezellen unseres Körpers gebildet. Das Blut verteilt Hormone über den ganzen Körper und leitet sie an Körperzellen weiter. Je älter wir werden, desto weniger Hormone kann unser Körper selbst produzieren. In der Folge gerät die Nachrichtenübermittlung ins Stocken.

Der weitaus bekannteste Hormonangel ist der Abfall des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen in den Wechseljahren der Frau. Typische Folgen dieses Mangels sind die Zunahme von Osteoporose (Knochenmassen-Schwund) und ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (wie der Herzinfarkt). Mit dem Mangel an dem Hormon Progesteron werden zunehmend Krebsentstehungen im Bereich der Geschlechtsorgane in Verbindung gebracht (Prostatakrebs, Gebährmutterkrebs, Brustkrebs).

Zusätzlich wichtig werden hier auch Mikronährstoffe wie Vitamine, Spurenelemente, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und andere Vitalstoffe. Diese tragen zur Verbesserung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit bei und vermindern Erkrankungsrisiken. Damit Hormone am Endorgan ihre Wirkung entfalten können, muss häufig die biochemische Grundlage (Mikronährstoffe) optimiert werden.

Im Rahmen der Orthomolekular-Medizin werden dabei Mangelerscheinungen in diesem Gebiet ausgeglichen.

Hormonmangel – Welche Symptome treten dabei auf?

Geistige und körperliche Funktionsschwächen, wie das Nachlassen von Kraft, Antrieb und Ausdauer, gestörte Sexualaktivität, Merk-, Konzentrations- und Denkschwäche, depressive Verstimmungen und Infektanfälligkeit wie auch Gewichtszunahme werden häufig als “altersgerecht und normal” abgetan. Damit müssen wir uns jedoch nicht zufrieden geben.

Seit vielen Jahren können Frauen bereits im Klimakterium auf eine Hormonersatztherapie zurückgreifen, um die Symptome zu mildern. Langsam wird auch das Klimakterium des Mannes gesellschaftsfähig und gibt damit eine Chance, Männern Hilfe anzubieten.

Diagnostik und Therapie des Hormonmangels

In unserer Praxis in Wiesbaden bieten wir Ihnen eine umfassende Diagnostik, das sog. Hormonprofil an. Dieses zeigt, ob Ihr Hormonschutz noch ausreichend vorhanden ist. Hierbei beinhaltet die Basisdiagnostik Geschlechtshormone und Schilddrüsenhormone. Manchmal werden weitergehende Untersuchungen, z.B. im Bereich der Stresshormone, notwendig.

Ein nachgewiesener Hormonmangel kann mitunter auch durch Lebensstil-Veränderungen positiv beeinflusst werden. Wenn eine Ersatztherapie notwendig wird, werden Sie bei uns ausschließlich mit naturidentischen Hormonen oder Phytohormonen behandelt. Hier stehen immer Sie mit Ihren Beschwerden und eine Optimierung Ihrer Gesundheit im Vordergrund und nicht ein “Tuning” von Zahlenwerten. Wichtig ist dabei auch Ihre Gewissheit, selbst das Maximum für ein gesundes und aktives Älterwerden geleistet zu haben.

Eine Hormonersatztherapie fordert allerdings immer eine exakte Einstellung und regelmäßige Verlaufsuntersuchungen, damit Risiken und Nebenwirkungen vermieden werden. Eine erste Kontrolle erfolgt deshalb nach 6-8 Wochen. Je nach Ausgangswerten muss ggfs. öfters kontrolliert werden, bis wir eine für Sie optimale Dosierung gefunden haben. Ist dies erreicht, werden Routinekontrollen in regelmäßigen größeren Abständen durchgeführt.

Wirkungen einzelner Hormone

Im Folgenden finden Sie einige ausgesuchte Hormone mit Ihren Wirkungen im Körper bzw. Folgen eines Mangelzustandes:

DHEA

  • Leitsymptome für einen Mangel: Körperlicher und mentaler Leistungsverlust, Müdigkeit, Infektanfälligkeit; bei Mangel erhöhtes Herzinfarktrisiko
  • Vorläuferhormon der Geschlechtshormone
  • senkt Stresshormone (Cortisol)
  • verbessert Energieversorgung
  • verbesserte Gedächtnisleistung
  • mindert Arteriosklerose
  • verbessert Immunabwehr

Östrogen

  • Mangel: Klimakterische Symptome bei Mann und Frau, Hautalterung, Osteoporose
  • Antioxydative Wirkung (“Fänger” freier Radikale)
  • Erhalt der kognitiven Hirnfunktion (mögliche Prophylaxe des M. Alzheimer)
  • Cardio- / vasculäre Prophylaxe (Herzinfarktprophylaxe)
  • Erhalt der Libido und Potenz, verhindert Genitalathrophie
  • In Kombination mit Progesteron Erhalt der Immunabwehr (Ca-Prophylaxe)
  • Stimulierung des Kollagen- und Knochenstoffwechsels
  • Risikoverminderung für den “grauen Star”
  • Schutz vor androgentischem Haarausfall
  • Stabilisierung des Fettstoffwechsels
  • Verbesserung der Insulinwirkung -Schutz vor Altersdiabetes?
  • Antidepressive Wirksamkeit
  • Regulierung der Temperatursteuerung des Körpers (Hitzewallung, Schweiß)
  • Zusammen mit Progesteron: Förderung der natürlichen Schlafmechanismen
  • Schutzfaktor für Haut- und Schleimhäute
  • Verminderung der Geschwindigkeit des Alterns (Lebensqualität, gesundes Altern)
  • Schutz vor Altersschwerhörigkeit
  • psychische Harmonisierung
  • Stärkt mentale Kraft

Progesteron

  • Natürlicher Gegenspieler zum Östrogen
  • Schützende Eigenschaft auf die Schleimhaut der Gebärmutter
  • Verringerung des Risikos für Krebse von: Brust, Gebärmutter, Eierstock und Dickdarm
  • Blutdrucksenker, Cholesterinsenker
  • Verbesserter Schlafrhythmus
  • Natürliches Antidepressivum
  • Fördert die Wasserausscheidung
  • Wirkt abwehrstärkend
  • Fördert den Abbau von Fettgewebe
  • Stimuliert das Wachstum von Haaren und Nägeln
  • Regt die Knochen- und Kollagenbildung an
  • Regulation von Libido und Potenz
  • Verbessert die intellektuelle Leistung des Gehirns (Prophylaxe gegen M. Alzheimer)
  • Schützt die Nervenscheiden (MS)
  • Hält Haut und Schleimhaut elastisch und schütz vor Austrocknung (auch Auge)
  • Protektion vor Altersdiabetes
  • Mangel: Osteoporose, Wechseljahresbeschwerden, Stimmungsschwankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Testosteron

  • Mangel: durch Stress, Melancholie, Depression, Leistungssport bei Overtraining, Knochenabbau
  • Überfluss: Aggression
  • Muskelmasse und Muskelkraft
  • Knochenaufbau
  • Haut, Haar und Prostata
  • Blutgefäßschutz
  • Wirkt sich günstig auf Blutfette aus
  • Kreativität, Durchsetzungsvermögen u.a. soziale Kompetenzen
  • Verbesserung emotionaler, sexueller und kognitiver Funktionen

Androstendion

  • Muskelaufbau
  • Erinnerungsvermögen
  • Cholesterinregulierung
  • Libidoverlust

Pregnenolon

  • Gedächtnissleistung
  • Stressbekämpfung
  • Mangel: Arthritis, Depression, Angstzustände

Melatonin

  • Mangel: durch ungenügende Lichtexposition, Schlaflosigkeit, gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus
  • regelt unsere biologische innere Uhr
  • schlafförderd
  • Alterungsprozesse und Krebswachstum werden gehemmt
  • wird aus Tryptophan, einer Aminosäure, gebildet und ist Vitamin B6 abhängig
  • äußerlich angewandt Haarwachstumsfördend
  • Radikalfänger
  • Schutz der Gehirnzellen – (Alzheimer?)
  • Schutz vor grauem Star
  • Stärkt Immunabwehr – (Hemmung von Krebswachstum?)

Vitamin D

  • Mangel: 60-70% der deutschen Bevölkerung ist zumindest in den Wintermonaten unterversorgt
  • Vitamin mit Steroidhormonähnlicher Wirkung
  • Knochenaufbau
  • Vermindertes Sturzrisiko bei älteren Menschen
  • Immunologische Wirkung ( mäßigt Autoimmunerkrankungen wie Colitis ulcerosa, M. Crohn, Diabetes Typ 1, Multiple Sklerose, Rheuma etc.)
  • Enzymaktivator in der Haut (Fillagrin: wichtig bei Milderung der Neurodermitis)
  • Krebsschutz (insbesondere Darm, Prostata, Brust)
  • Neuroprotektiv (Nerven- und Gehirnschutz)
  • Schutz bei Zuckerkrankheit vor Spätfolgen
  • Schutz vor Herz Kreislauf Erkrankungen (Blutdrucksenkend, verbesserte Herzmuskelfunktion, senkt Risiko für Arteriosklerose und Herzinfarkt)

Hinweise für einen Wachstumshormonmangel

  • Vermehrte Faltenbildung
  • Abmagern – oder auch
  • Anstieg des Körperfettanteils (insbesondere am Bauch)
  • Abnahme der Muskelmasse
  • Antriebsarmut, Lustlosigkeit
  • Austrocknung (Abnahme des Gesamtkörperwassers)
  • Mangelnde körperliche Leistungsfähigkeit
  • Rasche Erschöpfung
  • Reduzierter Grundumsatz