Photodynamische Therapie – PDT

Bei der Photodynamischen Therapie (PDT) handelt es sich um ein neuartiges Verfahren, welches der Behandlung und Untersuchung von Hautkrankheiten, besonders aber von Hautkrebs und Hautkrebsvorstufen dient. Diese Methode beruht darauf, dass ein so genannter “Photosensibilisator” (Lichtempfindlich machender chemischer Stoff) sich in entzündlich verändertem Gewebe sowie auch in Tumorgewebe besonderes stark anreichert. Durch diese gezielte Anreicherung des Stoffes wird die Erkennung, Behandlung oder Zerstörung von krankhaft verändertem Gewebe möglich. Die Photodynamische Therapie ist wissenschaftlich erforscht, etabliert und besonders gut geeignet zur Behandlung von Hautkrebsvorstufen.

Dies sind die aktinischen Keratosen (Sonnenwarzen) und bestimmte Formen von weißem Hautkrebs: Basaliome, Morbus Bowen und Frühformen des Spinalioms. Die PDT ist seit ca. 10 Jahren Bestandteil der Therapie auch an Universitäten: z.B. bei Tumoren des Mundes oder Halses.

Erforscht wird die Photodynamische Therapie auch bei anderen Hauterkrankungen: z.B. Warzen, Akne, Psoriasis, Infektionen, Haut- und Nagelpilze, chronischen Juckreiz. Aber auch bei der aktinischen Elastose (Hautschäden oft der Gesichtshaut durch UV-Licht), einer kosmetisch-medizinischen Indikation, ist die PDT gut wirksam.

Wie läuft die Photodynamischen Therapie (PDT) ab?

Der Wirkstoff 5-Aminolävulinsäure (z.B. Metvix Creme) wird auf die krankhafte Haut aufgetragen, die vorher mit dem Laser oder scharfen Löffeln angeraut wurde. Aus der ALA (5-Aminolävulinsäure) bildet sich in den kranken Zellen Porphyrin. Diese Porphyrine sind photoaktiv und bilden bei Rotlicht-Bestrahlung aggressive Sauerstoff-Radikale. Das eingecremte Hautareal wir durch einen lichtundurchlässigen Verband vor der näturlichen Sonne geschützt. Nach 2 bis 3 stündiger Einwirkzeit wird die Creme entfernt.

Der Wirkstoff hat sich während dieser Zeit in den kranken Zellen anreichern können, gesunde Zellen nehmen diesen Wirkstoff fast nicht auf. Mit einer Speziallampe wird das Areal angeleuchtet (20 min). Das Licht zerstört in dieser Zeit die mit dem Photosensibilisator angereicherten Zellen. Diese Reaktion mit Licht, Sauerstoff und Zelle nennt man “Photodynamische Reaktion”. Wird diese Bestrahlung in niedriger Dosierung durchgeführt so werden die Zellen nicht zerstört; es kommt stattdessen zu einer Immunmodulation. Dies kann man z.B. bei virusbedingten Warzen anwenden. Um noch verbliebene Zellen zu entdecken und zu zerstören, wird die Behandlung zweimal manchmal dreimal wiederholt. In jeweils einwöchigem Abstand.

Das Licht, mit dem in der Photodynamische Therapie gearbeitet wird ist harmlos. Es handelt sich dabei um ein langwelliges, wassergefiltertes Infrarot-A-Licht. Es ist die Kombination von Licht und Creme die zur biologischen Reaktion in der Zelle führt. Die Creme macht die Haut vorübergehend stark lichtempfindlich.

Während der Therapie sollte der Patient seine Augen mit einer Spezialbrille schützen. Die Lampe kann vorübergehend das Hautareal erwärmen und selten können deutliche Schmerzen ausgelöst werden. Diese sind zwar unangenehm aber ungefährlich. Manchmal sind aus diesem Grund die Anwendung von Schmerzmitteln oder sogar eine örtliche Betäubung erforderlich. In der Folge der Bestrahlung wird in den nächsten Tagen eine Entzündungsreaktion an der betreffenden Hautstelle ausgelöst, welche zu einer Anschwellung (Ödem) führen kann, zu Rötungen, Krusten oder sterilen Eiterpusteln. Während dieser Zeit sollte dann ein Sonnenschutzmittel und eine Wund- und Heilsalbe aufgetragen werden. All diese Zeichen werten wir als Zeichen des Zelltodes der erkrankten Tumorzellen. Die Haut ist bis zu 3 Tage nach der Behandlung noch lichtempfindlich und sollte deshalb lichtgeschützt werden. Die Schuppen werden nach und nach abgestoßen. Nach zwei bis drei Wochen ist die Haut in der Regel völlig abgeheilt.

Der wesentliche Vorteil gegenüber einer Operation ist die Schonung gesunder Haut und die narbenlose Abheilung des Hautareals. Dies bringt einen Vorteil insbesondere in operativ schwerzugänglichen Stellen, wie z.B. Gesicht, Nase, Ohren sowie kosmetische auffallende Stellen wie Hals, Dekollete und Handrücken mit sich.

Die Erfolgsquote liegt bei Sonnenwarzen (aktinischen Keratosen) bei bis zu 98%. Bei Basaliomen liegt die Erfolgsquote bei über 90%. Bei der Warzenbehandlung wird ein Erfolg von ca. 70% erzielt. Bei anderen Hautproblemen sind die Erfolgsquoten noch unbekannt.

Indikationen Photodynamischen Therapie (PDT)

  • chronische Sonnenschäden (Solarkeratosen)
  • Ganz oberflächliche Hautkrebse (M. Bowen, superfizielles Basaliom, oberflächliches Plattenepithelkarzinom)
  • Hartnäckige Warzen an Füßen und Händen
  • Sonnenschaden der Haut (aktinische Elastose)

Ablauf der Behandlung bei der Photodynamischen Therapie (PDT)

  • Patient kommt zum Auftragen der Creme
  • Patient geht für 2-3 Stunden nach Hause
  • Die Creme wird entfernt
  • Bestrahlung mit Spezial-Rotlicht für ca. 20 min.
  • Folgebehandlung nach 1 Woche
  • Kontrolle des Therapieerfolges nach 2-3 Wo.
  • Ggfs. Folgebehandlung

Privatkassen übernehmen die Kosten der Behandlung ohne Probleme. Gesetzliche Kassen übernehmen diese Kosten nicht. Wir bieten diese Behandlung jedoch als Selbstzahlerleistung an. Über die genauen Kosten können wir Sie in einem persönlichen Gespräch gerne informieren.