2. Jodkongress Düsseldorf 16.03.2019

Jodmangel macht sowohl Hyperplasien (z.B. heiße Knoten) als auch Hypertrophien der Schilddrüse (Struma). Selenmangel fördert darüber hinaus die Entstehung von Autoimmunerkrankungen der SD. Die Bildung bösartiger Strukturen hat zwei Haupt-Zeitpunkte , einmal in der Jugend unter dem 5.LJ, dann durch Östrogendominanz in den Wechseljahren. In und nach der Schwangerschaft kann die Autoimmunität gefördert werden. Auch Streß führt zu Veränderungen der Schilddrüse. (Prof. Dr. Roland Gärtner)

Jodmangel reduziert bei Frauen mit Kinderwunsch um 46% die Konzeptionschance unabhängig von der SD-Funktion. Vor einer Hochdosistherapie ohne Blutwertkontrolle wird abgeraten, da eine Hochdosis-Jodtherapie einen Östrogenabfall induzieren kann.

In der Schwangerschaft führt Jodmangel häufiger zu Präklampsie, Bluthochdruck und SD-Unterfunktion. Zu einer höheren Zahl an Fehl- und Frühgeburtraten und Gestationsdiabetes. Schon milder Jodmangel führt zu einer Intelligenzminderung des Kindes,auch vermutet wird eine höhere Autismusrate. Die Jodsupplementation sollte bereits bei Kinderwunsch begonnen werden und nicht erst bei bestätigter Schwangerschaft. Vitamin D Zugabe erhöht die Ansprechbarkeit von Jod.

In der Stillzeit geht bis zu 90% des eingenommenen Jods in die Brustdrüse, hier besteht ein nochmals erhöhter Bedarf für die Frau. Wir haben eine 34% verminderte Säuglingssterblichkeitsrate nach Jodgabe (statistisch nicht signifikant!) sowie eine verbesserte Wachstumsrate und motorische + sprachliche Entwicklung des Kindes.

Darüber hinaus werden Menstruationsstörungen besser, PCOS und Hirsutismus werden ebenfalls verbessert. Der Jodbedarf der Brustdrüse ist bei der Frau größenabhängig, die Brustdrüse benötigt molekulares Jod. Bei Mangel kommt es zu fibrozystischen Mastopathien (auch Progesteron und Selenabhängig).

Es besteht ein klarer Zusammenhang zwischen Brustkrebs und SD- Erkrankungen sowie Vitamin D Mangel. (Dr. Simone Koch)

Jod und Thyroxine sind wichtig für die Gehirnentwicklung. Der Thyroxin Hormon Level modifiziert den IQ des Kindes in den ersten 3 Monaten einer Schwangerschaft. Jod und Thyroxine steuern den Aufbau multipler Gehirnstrukturen. Chemikalien sind Disruptoren der Gehirnbildung: BPA, Phtalate, BTRs, Pestizide, PFCs. Die Chemikalien sind halogeniert mit Brom, Fluor, Chlor und wirken schädlich, da sie Jod von seinen Bindungsstellen verdrängen. Neurologische Erkrankungen nehmen zu, von 1965-2018 von 1:5000 zu 1:59 (USA). Ebenfalls nimmt die Hyperaktivität (ADH, ADHS) zu. Untersuchungen ergaben, dass Schwangere mind. 33 Chemikalien von 52 getesteten im Körper haben, davon konnten 15 in allen Schwangeren nachgewiesen werden. (Prof. Dr. Barbara Demeneix)

Magenzellen können Iodothyroxin produzieren. Im Darm wirken diverse Jodformen als Elektronendonatoren und als Antioxidantien. Sie wirken antibakteriell und schützen die Magenschleimhaut. Hypoiodit hat membranschützende Funktionen in der Darmschleimhaut. Das Darmmikrobiom ist für 20% der Aktivierung von T3 und T4 verantwortlich. (Dr. Jens Pohl)

Das Max Gerson Konzept zur Behandlung von Krebs wurde vorgestellt (Howard Strauss, www.gersonmedia.com)

Jeder Mensch braucht seine individuelle Joddosis. Auch bei M. Hashimoto ist meist eine Jodsubstitution angebracht. Hier entscheiden die Höhe der Antikörper, der Ultraschallbefund und die Körpertemperatur über die Höhe der Jodgabe. Oft ist ein biologischer Hormonersatz mit Schilddrüsenxtrakt sinnvoll. Die Pille wirkt als hormoneller Disruptor auf die Schilddrüse und die Nebenniere. (Dr Berndt Rieger).